Lübeck – Beim 30:21 (13:12) in Kiel zeigte die Jugendbundesligahandballer des MTV Lübeck einmal mehr, dass sie auch gegen die TOP-Mannschaften spielerisch mithalten konnten – auch wenn es gegen den THW nur für eine spannende erste Hälfte reichte.

Schon vor dem Anpfiff wurde den Gästen aus Lübeck auf der Spielerbank der „Jungzebras“ demonstriert, in wessen „Handballwohnzimmer“ man sich gewagt hatte: Auf den Betreuerplätzen neben Chefcoach Andre Lohrbach und Physio Christian Stehen nahm nicht weniger als nationale Handballprominenz im THW Kiel-Outfit Platz: „Pitti“ Klaus-Dieter Petersen (ehemaliger Rekordnationalspieler heute Jugendkoordinator und Chef des Jugendleistungszentrums) und Leon Ciudad Benitez (hoffnungsvoller Nachwuchs auf der Kreisläuferposition des Rekordmeisters der Handballbundesliga, aktueller U-19 Europameister und Bruder des Lübecker Linksaußen Luis).

Das alles beeindruckte den „kleinen Bruder“ und das gesamte Team von Lübecks Coach Mirko Spieckermann aber herzlich wenig: „Wir haben eine starke erste Halbzeit gespielt, vor allem auch taktisch diszipliniert“, gab sich Spieckermann zufrieden mit der Leistung.

Dennoch dürfte ihn auch geärgert haben, dass der vermeintliche Bruch im Spiel seiner Jungs in der letzten Aktion der ersten Halbzeit seinen Ursprung hatte: beim Stand von 12:12 bekommen die Kieler noch einen Freiwurf zugesprochen, Kiels U-19 Nationalspieler Connar Battermann baut sich in 12 Metern Entfernung zum Tor auf und trifft durch den Block in den Torwinkel.

Als krasse Außenseiter spielten die Lübecker in der ersten Viertelstunde auf unter anderem durch Linus Eggerichs (3 Tore) frei und frisch auf, gingen sogar 0:2 in Führung. Luis Ciudad Benitez und Raul Rodriguez konnten auch ihre Kiel-Erfahrung in der Abwehr gegen den 7:6-Angriff einbringen und provozierten ungewohnte Fehler bei den Jungzebras.

Nach dem Spielstand 6:6 (15.) kam der erste Führungswechsel auf die Gastgeber auf 11:8 (23.), aber vor allem Lübecks Torwart Lovis Meinert (8 von 17 Paraden 1. Halbzeit) und Reinhard Otto Canzler (6 von 8 Toren 1. Halbzeit) hielten weiter konsequent dagegen bis zum 12:12 (30). 

Nach dem Seitenwechsel schienen die Spieckermann-Schützlinge noch eine Zeit lang mit der gedanklichen Verarbeitung des Battermann-Freiwurfs beschäftigt zu sein. Mit 2 Treffern in den ersten 10 Minuten fuhr THW-Express dann zu schnell an ihnen vorbeu 20:14 (40.). Und die Gäste wurden zusehends müder. „Uns fehlten dann auch weitere Alternativen gegenüber dem THW. Zumal wir mit einigen angeschlagenen Spielern antreten mussten und Leistungsträger wie Elias Ciaudad Benitez krankheitsbedingt auch nur von der Tribüne mitfibern konnten“, fand Trainer Spieckermann schnell Erklärungen für den Leistungsabfall.

In der verbleibenden Spielzeit wechselte der THW weiter munter durch, so dass sich neben Battermann 8 weitere Jungzebra-Torschützen in die Liste eintragen konnten, die sich vor allem über den Kreis und die Außen in gute Schusspositionen brachten.

Auf Lübecker Seite tat sich über 60 Minuten Torhüter Lovis Meinert hervor, der das Fehlen von Bjarne Gronek (fast) vergessen machte und sich selbst sogar mit einem eigenen Treffer ins leere Kieler Tor für eine tolle Leistung belohnte (53., 25:19).

Positiv ist auch das, was Trainer Spieckermann aus der Partie mitnimmt: „Ich bin wirklich stolz auf die Leistung in Kiel und blicke jetzt sehr optimistisch auf das nächste Heimspiel“.

Am kommenden Sonntag (17 Uhr) wird der VfL Horneburg in der Hansehalle erwartet. Die Niedersachsen sind ein nächster schwerer Prüfstein: aktuell stehen sie nach 5 Spielen verlustpunktfrei gleich auf mit dem THW Kiel an der Staffelspitze der Jugendbundesligahauptrunde, der MTV steht nach den beiden Auswärtsspielen nun bei 2:8 Punkten.

Fotoquelle: Sandra Gottstein

Vorheriger ArtikelHandball-Konferenz war ein voller Erfolg
Nächster ArtikelAnwurf – Das Handballmagazin 108